Lage und Karte

Die Feldstadt liegt südlich der Schweriner Altstadt, zwischen der Bahnstrecke im Westen und der Graf-Schack-Allee im Osten. Im Norden bilden Wallstraße und Heinrich-Mann-Straße die Grenze, im Süden das Ostorfer Ufer am Ostorfer See. Bis ins 19. Jahrhundert war das Gebiet vor allem landwirtschaftlich genutzt — hier lagen herzogliche Fischteiche, eine Mühle und eine Wäschebleiche. Seine heutige Gestalt bekam der Stadtteil in der Gründerzeit.

Geschichte

Lange blieb die Feldstadt eine dünn besiedelte Fläche vor der Stadt. Das Schweriner Häuserregister verzeichnet für 1785 rund fünfzig Häuser, überwiegend Fachwerk und großenteils mit Strohdach. Ab 1802 musste, wer hier ein Haus kaufte, neu bauen oder wenigstens eine feuersichere Bedachung aufbringen. 1840/41 wurde die Vorstadt mit Wall und Graben umfasst und kam damit zum Stadtgebiet.

In den 1840er Jahren entstanden nach Entwürfen des Hofbaumeisters Georg Adolph Demmler die Berliner Torhäuser am heutigen Platz der Jugend - zwei klassizistische Bauten in Gestalt dorischer Antentempel. An ihnen wurde die Akzise erhoben, eine Abgabe auf Waren, die in die Stadt kamen; mit der Aufhebung der Binnenzölle verloren sie 1863 ihren Zweck.

Die eigentliche Stadterweiterung begann in den 1870er Jahren, der Bauboom folgte in den 1880er und 1890er Jahren. Bauunternehmer kauften ganze Grundstückskomplexe, bebauten sie und verkauften sie weiter - daher die gleichförmigen Häuserzeilen, die große Teile des Viertels bis heute prägen.

Am 7. April 1945 traf der letzte und schwerste Luftangriff auf Schwerin vor allem die Feldstadt. Neben Bahnanlagen wurden die Schäferstraße, die Eisenbahnstraße und der Karl-Liebknecht-Platz getroffen. Über zweihundert Menschen kamen ums Leben, über vierzig Häuser wurden zerstört.

Wohnen und Leben heute

Das Straßenbild ist bis heute gründerzeitlich geprägt: geschlossene Häuserzeilen entlang der Straße, dahinter Höfe. Im Süden stehen daneben freistehende, villenartige Häuser. Hauptachse ist die Goethestraße, die auf rund 750 Metern vom Marienplatz zum Platz der Jugend führt und dabei Altstadt und Feldstadt verbindet. Ihr Name wechselte mehrfach: im 18. Jahrhundert Steindamm, später Rostocker Straße, von 1938 bis 1945 Adolf-Hitler-Straße; seit 1945 trägt sie den Namen Johann Wolfgang von Goethes. Über sie fuhr ab 1881 die Pferdebahn, ab Dezember 1908 die elektrische Straßenbahn.

Zu Beginn der 1990er Jahre war die Feldstadt stark sanierungsbedürftig: leerstehende Häuser, Baulücken, schadhafte Straßen. 1991 kam sie in die Städtebauförderung, 1992 wurde sie förmlich als Sanierungsgebiet festgelegt. 2012 wurde die Stadterneuerung abgeschlossen.

Sehenswertes

2011 stellte die Stadt die Südliche Feldstadt als Denkmalbereich unter Schutz. Er liegt im Süden des Stadtteils, um die südliche Goethestraße, den Platz der Jugend und das Ostorfer Ufer. Geschützt ist dort nicht allein die einzelne Bausubstanz, sondern der historische Siedlungsgrundriss: das Straßen- und Wegesystem, die Parzellenstruktur, die Baufluchten und der Maßstab der Bebauung.

In der Stiftstraße steht das Augustenstift, 1855 als Armen- und Siechenhaus gestiftet und nach Großherzogin Auguste von Mecklenburg-Schwerin benannt. Sein Kern ist ein barockes Fachwerkhaus, das zwischen 1694 und 1697 als Schießhaus der Schützengilde entstand - die Stiftstraße hieß davor Große Schützenstraße. 1860 wurde der Baurat Hermann Willebrand mit dem Anbau eines Frauensiechenhauses beauftragt.

Wo liegt die Feldstadt in Schwerin?

Der Stadtteil schließt südlich an die Altstadt an. Er reicht von der Bahnstrecke im Westen bis zur Graf-Schack-Allee im Osten und von der Wallstraße im Norden bis zum Ostorfer Ufer im Süden.

Was war die Feldstadt, bevor sie zur Stadt gehörte?

Feldflur vor den Toren Schwerins, dünn besiedelt und landwirtschaftlich genutzt. Hier lagen herzogliche Fischteiche, eine Mühle und eine Wäschebleiche. Erst 1840/41 wurde das Gebiet in das Stadtgebiet einbezogen.

Was ist der Denkmalbereich Südliche Feldstadt?

Ein 2011 durch Verordnung geschütztes Gebiet im Süden des Stadtteils, um die südliche Goethestraße, den Platz der Jugend und das Ostorfer Ufer. Geschützt sind der historische Siedlungsgrundriss und das Erscheinungsbild, nicht allein einzelne Gebäude. Den genauen Geltungsbereich regelt die Verordnung der Landeshauptstadt Schwerin.

Warum heißt die Goethestraße so?

Sie wurde 1945 nach Johann Wolfgang von Goethe benannt und löste damit den Namen Adolf-Hitler-Straße ab, den sie seit 1938 getragen hatte. Davor hieß sie Rostocker Straße.

Literaturtipp: Bernd Kasten (Hrsg.): 7. April 1945 — Bomben auf Schwerin, Thomas Helms Verlag

Kitas in Feldstadt (3)

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Daten: Landkreis Ludwigslust-Parchim, REGIS M-V, DL-DE/BY 2.0, Stand 11.09.2026.

Bebauungspläne in Feldstadt

Datenquelle: Landeshauptstadt Schwerin, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

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