Lage und Karte

Lankow liegt im Nordwesten Schwerins, zwischen dem Lankower und dem Medeweger See. Der Stadtteil hat zwei Ursprünge: ein Dorf, das 1237 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird, und eine Großwohnsiedlung, die ab 1961 unmittelbar daneben entstand. Dazwischen liegen mehr als sieben Jahrhunderte.

Vom Dorf zum Stadtteil

Am 22. April 1237 beurkundete Gunzelin III., Graf von Schwerin, einen Tausch: Heinrich von Schwerin und sein Bruder gaben zwei Hufen zu Lankow an das Schweriner Domkapitel und erhielten dafür Acker auf dem Schweriner Stadtfeld. Damit ist der Ort in der Form „Lanckow“ zum ersten Mal schriftlich bezeugt. Der Name geht auf ein slawisches Wort zurück, das eine feuchte Niederung bezeichnet und traditionell mit „sumpfiger Ort“ wiedergegeben wird.

Über Jahrhunderte blieb Lankow ein Bauerndorf; bis Anfang der 1960er Jahre bestand es im Kern aus einzelnen Gehöften. 1928 wurde es nach Schwerin eingemeindet – und die Lankower stimmten erst zu, nachdem sie dem Magistrat eine Straßenbahnverbindung in die Innenstadt abgehandelt hatten. Sie ging noch im selben Jahr in Betrieb.

Der Wohnkomplex ab 1961

1961 beschloss die Schweriner Stadtverordnetenversammlung, in Lankow erstmals einen vollständigen Wohnkomplex in Großplattenbauweise zu errichten. Bis Anfang der 1970er Jahre entstanden rund 6.000 Wohnungen für etwa 20.000 Menschen, überwiegend fünfgeschossig. Betriebe siedelten sich an, darunter ein Betonplattenwerk, das die Bauelemente vor Ort lieferte. Die Infrastruktur folgte über Jahre: eine Schule ab 1965, die neue Straßenbahnstrecke 1969, die Poliklinik 1976. Über diese Strecke fährt heute die Linie 2 in die Innenstadt.

Damit war Lankow nach der Weststadt die zweite große Wohnsiedlung Schwerins – die Weststadt entstand ab 1955 allerdings noch weitgehend in herkömmlicher Bauweise. In Lankow begann der systematische Plattenbau der Stadt; der Große Dreesch folgte ab 1971.

Nach 1990 wurde fast der gesamte Wohnungsbestand modernisiert. Zugleich wurde zurückgebaut: Ende 2004 wurde das erste der fünf Lankower Hochhäuser in der Ratzeburger Straße abgerissen, 2017/18 folgten drei weitere in der Eutiner, der Plöner und der Julius-Polentz-Straße mit zusammen rund 855 Wohnungen. Ab 2000 entstand im Süden die Eigenheimsiedlung Am Mühlenberg.

Die Straßennamen folgen zwei Gruppen: Ein Teil ist nach Orten in Schleswig-Holstein benannt, darunter Ratzeburger, Plöner, Eutiner und Möllner Straße, ein anderer nach Orten in Vorpommern – Greifswalder, Anklamer, Wolgaster und Usedomer Straße.

See und Kirchen

Der Lankower See ist ein Rinnensee, in der Eiszeit als schmale Hohlform ausgeschürft: rund anderthalb Kilometer lang, bis gut zehn Meter tief, mit steilen Hängen. Eine Verengung in der Mitte teilt ihn in ein breiteres nördliches und ein schmaleres südliches Becken. In der Umgebung liegen der Neumühler See und der Friedrichsthaler Wald.

Zwei Kirchbauten stehen für verschiedene Zeiten. Die katholische Kirche St. Martin wurde am 11. Juni 1978 geweiht – genehmigt hatten die DDR-Behörden allerdings keinen Kirchbau, sondern einen Versammlungsraum als Teil des bischöflichen Verwaltungsgebäudes. Die Gemeinde bestand da bereits: 1973 als Seelsorgestelle eingerichtet, 1978 selbstständig. Im April 2026 wurde dort der letzte Gottesdienst gefeiert; das Gebäude wird künftig von einer Schule genutzt.

Die evangelische Versöhnungsgemeinde, seit 1966 selbstständig, kam jahrzehntelang in gemieteten Räumen unter, unter anderem in einer Villa in der Hubertusstraße. Ihr eigenes Kirchengebäude nach einem Entwurf des Schweriner Architekten Gottreich Albrecht wurde 1999 begonnen und im Jahr 2000 eingeweiht.

Wann wurde Lankow zum ersten Mal erwähnt?

Am 22. April 1237. Graf Gunzelin III. von Schwerin beurkundete an diesem Tag einen Tausch, bei dem zwei Hufen zu Lankow an das Schweriner Domkapitel gingen und der Gegenpart Acker auf dem Schweriner Stadtfeld erhielt.

Woher kommt der Name Lankow?

Aus dem Slawischen. Das zugrunde liegende Wort bezeichnet eine feuchte Niederung und wird herkömmlich mit „sumpfiger Ort“ übersetzt. In der Ersterwähnung von 1237 steht die Form „Lanckow“.

Wie kam Lankow zu Schwerin?

Durch Eingemeindung 1928. Die Lankower stimmten zu, nachdem sie mit dem Schweriner Magistrat eine Straßenbahnverbindung in die Innenstadt ausgehandelt hatten; sie ging im selben Jahr in Betrieb.

Wann entstanden die Plattenbauten in Lankow?

Der Beschluss fiel 1961, bis Anfang der 1970er Jahre entstanden rund 6.000 Wohnungen für etwa 20.000 Menschen. Lankow war damit die zweite große Wohnsiedlung Schwerins nach der Weststadt – und die erste, die vollständig in Großplattenbauweise errichtet wurde.

Kitas in Lankow (4)

Schulen in Lankow (6)

Daten: Landkreis Ludwigslust-Parchim, REGIS M-V, DL-DE/BY 2.0, Stand 11.09.2026.

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Datenquelle: Landeshauptstadt Schwerin, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

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