Lage und Karte

Neu Zippendorf liegt im Südosten Schwerins. Die Crivitzer Chaussee begrenzt den Stadtteil nach Norden, die Plater Straße nach Nordosten; im Süden und Westen liegen ausgedehnte Waldflächen. Er entstand ab 1976 als zweiter Bauabschnitt des Plattenbaugebietes Großer Dreesch; den Namen Neu Zippendorf trägt er erst seit 1991. Zum Stadtteil gehört auch das Areal um den Fernsehturm.

Geschichte

Der Fernsehturm war zuerst da. Er entstand zwischen 1960 und 1964 nach einem Entwurf von Günther Kollmann, damals noch auf freier Fläche. Aussichtsplattform und Turmcafé waren vom 1. Juli 1964 an öffentlich zugänglich. Wer den Turm entworfen hatte, war lange nicht öffentlich bekannt; geklärt wurde es erst 2014 durch Kollmanns Sohn.

Der Bau des Wohngebiets begann Anfang Februar 1976. Bis 1980 entstanden rund 5.300 Wohnungen für etwa 16.000 Menschen, ein Viertel davon in Hochhäusern. Anlass war der Ausbau des Industriegebiets im Süden der Stadt: Die Betriebe brauchten Wohnraum für ihre Beschäftigten.

Der Berliner Platz bekam sein Gesicht erst nach dem Wohnungsbau. 1984 eröffnete dort ein Gaststättenkomplex, 1987 wurde der Platz eingeweiht.

Der Berliner Platz

Der Berliner Platz wurde als größter Platz der Stadt angelegt, rund 1,3 Hektar groß, und war als repräsentatives Zentrum des zweiten Bauabschnitts gedacht. Den Gestaltungswettbewerb von 1974 entschied keine Arbeit für sich – ein erster Preis wurde nicht vergeben. Prämiert wurden ein Entwurf aus Tallinn und einer des Schweriner Wohnungsbaukombinats, aus denen eine gemeinsame Lösung entstehen sollte.

Auf dem Platz steht seit 1985 eine 3,40 Meter hohe Betonsäule von August Martin Hoffmann. Die städtische Liste der Kunst im öffentlichen Raum führt sie als Postmeilensäule; geläufig sind auch die Namen Postsäule und Tektonische Säule. Sie nimmt die alten Post- und Distanzsäulen auf: Die vier Seiten stehen für die Himmelsrichtungen und nennen Entfernungen zu europäischen Städten – nach Norden Oslo und Kopenhagen, nach Osten Moskau und Warschau, nach Süden Prag und Rom, nach Westen Paris und Dublin. Dazu kommen vier in Beton gegossene Bildmotive, darunter ein lesender Mann und eine fliegende Brieftaube. Acht dreieckige Metallplatten am Boden nennen Ziele im Umland, von Kaninchenwerder und Mueß bis zur Lewitz. Für Hoffmann war es die letzte Arbeit; er starb am 24. Juli 1985 an den Folgen eines Autounfalls. Bei der Umgestaltung des Platzes wurde die Säule 2004 versetzt und steht seitdem vor der Stadtteilbibliothek.

Straßennamen

Die Straßen des Stadtteils tragen Städtenamen, und zwar nach zwei Mustern: ostdeutsche Städte wie Rostock, Potsdam, Magdeburg, Cottbus, Stralsund und Wittenberg, dazu Städte, mit denen Schwerin Beziehungen unterhielt – Tallinn in Estland, Vaasa in Finnland, Piła in Polen, Pécs in Ungarn und Vidin in Bulgarien. Mit Tallinn besteht seit 1970 Kontakt; eine förmliche Städtepartnerschaft wurde 1993 unterzeichnet. Aus der Reihe fällt die Plater Straße: Sie ist nach der Nachbargemeinde Plate benannt, nicht nach einer Partnerstadt.

Umbau nach 1990

Nach 1990 wurde das Wohngebiet nicht nur saniert, sondern in Teilen umgebaut: Gebäude wurden zurückgebaut, andere umgestaltet, dazu kam die Erneuerung des Wohnumfelds. Die Tallinner Straße war dabei ab Ende 2003 ein Modellvorhaben des Stadtumbaus, bei dem aus Plattenbauten Wohnungen mit neuen Grundrissen entstanden.

Der Fernsehturm

Der Turm ist von weitem zu sehen und gehört neben Dom und Schloss zu den Bauwerken, an denen man Schwerin auf Ansichten erkennt. Sein Schaft hat die Form eines Reuleaux-Dreiecks – einer Figur, die trotz ihrer drei Ecken an jeder Stelle dieselbe Breite misst. Die Aussichtsplattform liegt in 97,5 Metern Höhe, das frühere Turmcafé in 100,8 Metern.

Welche Nachbarstadtteile hat Neu Zippendorf?

Nördlich der Crivitzer Chaussee liegen der Große Dreesch und Zippendorf, östlich und südöstlich das Mueßer Holz, südwestlich der Stadtteil Göhrener Tannen.

Seit wann heißt der Stadtteil Neu Zippendorf?

Seit 1991. Gebaut wurde das Gebiet ab 1976 als zweiter Bauabschnitt des Plattenbaugebietes Großer Dreesch und trug bis dahin keinen eigenen Namen.

Warum heißen die Straßen nach Städten?

Der Stadtteil wurde nach einem einheitlichen Muster benannt: ostdeutsche Städte und Städte, mit denen Schwerin Beziehungen unterhielt, darunter Tallinn, Vaasa, Piła, Pécs und Vidin. Die Plater Straße gehört nicht dazu – sie ist nach der Nachbargemeinde Plate benannt.

Warum hat der Fernsehturm keinen runden Schaft?

Sein Querschnitt ist ein Reuleaux-Dreieck. Diese Figur hat drei Ecken, misst aber an jeder Stelle dieselbe Breite. Der Turm entstand zwischen 1960 und 1964 nach einem Entwurf von Günther Kollmann.

Kitas in Neu Zippendorf (1)

  • Mosaik Kinderkrippe, Kindergarten Pilaer Str. 12

Schulen in Neu Zippendorf (1)

Daten: Landkreis Ludwigslust-Parchim, REGIS M-V, DL-DE/BY 2.0, Stand 11.09.2026.

Bebauungspläne in Neu Zippendorf

Datenquelle: Landeshauptstadt Schwerin, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

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