Wismarsche Straße, Molkereistraße, Am Packhof, Zum Bahnhof (Block 10)
Vorhabenbezogener B-Plan Nr. XIII/92 in Kraft seit 17.10.1993
Die Paulsstadt liegt westlich der Schweriner Altstadt. Im Osten grenzt sie an den Pfaffenteich, die Alexandrinen- und die Arsenalstraße, im Westen bildet der Obotritenring den Rand. Ihren Namen trägt sie nach Großherzog Paul Friedrich: Er verlegte 1837 den Hof von Ludwigslust zurück nach Schwerin und ließ die Stadt nach Westen erweitern. Anders als die älteren Stadtteile ist die Paulsstadt damit nicht über Jahrhunderte gewachsen, sondern in mehreren Planungsschritten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entstanden.
Schwerin war lange nicht mehr Hofresidenz gewesen: 1764 hatte Herzog Friedrich den Hof nach Ludwigslust verlegt, ein schwerer wirtschaftlicher Einschnitt für die Stadt. Mit Paul Friedrichs Regierungsantritt 1837 kehrte er zurück. Im Juli desselben Jahres beauftragte der Großherzog eine Kommission, die Erweiterung der Stadt vorzubereiten. Sie prüfte mehrere Gebiete im Süden und Westen; den Plan für die Anhöhe westlich des Pfaffenteichs legte 1837/38 Oberbaurat Carl Heinrich Wünsch vor.
Den Anfang machte der Pfaffenteich. Ab 1838 schütteten Arbeiter einen festen Damm am Süd- und Westufer auf, entlang der heutigen Arsenalstraße. Von 1840 bis 1844 entstand dort nach Plänen von Georg Adolph Demmler das Arsenal, das Zeughaus des Großherzogtums; ausgeführt haben es Hermann Willebrand und Gottlieb Ruge. Wohnhäuser folgten.
Später kamen die großen öffentlichen Bauten hinzu: die neugotische Paulskirche, deren Grundstein am 29. Juni 1863 gelegt und die genau sechs Jahre später geweiht wurde, und das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs von 1889/90. Demmler legte 1863 einen „Erweiterungs- und Verschönerungsplan für die Residenzstadt Schwerin“ vor, dargestellt in der Karte von 1866. Verwirklicht wurde er nur zum Teil, doch die Stadterweiterungspläne am Ende des 19. Jahrhunderts knüpften daran an.
Der westliche Teil des Stadtteils steht seit dem 9. Januar 2010 als Denkmalbereich unter Schutz. Geschützt sind der historische Stadtgrundriss – Straßennetz, Platzräume, Baufluchten und die Maßstäblichkeit der Bebauung – und das Erscheinungsbild der Gebäude bis hin zu Fassaden, Fenstern, Türen und Dächern. Der Schutz einzelner Denkmale im Gebiet bleibt davon unberührt. Die Verordnung begründet die Unterschutzstellung damit, dass sich hier das Wachstum Schwerins zwischen 1870 und 1930 besonders gut ablesen lässt.
1885 bekam der damalige Moltkeplatz, der heutige Platz der Freiheit, eine gärtnerische Anlage mit diagonalen Wegen und einem Rondell in der Mitte; nach 1950 wich sie einer verkehrsgerechten Gestaltung. Von diesem Platz aus entstand in den 1890er Jahren ein Villen- und Wohnhausviertel mit überwiegend geschlossener Randbebauung. 1894 wurde der Jungfernstieg angelegt, kurz darauf die Straßen, die heute Beethovenstraße und Rudolf-Breitscheid-Straße heißen.
Wo die obere Mozartstraße verläuft, standen noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts Scheunen; an ihrer Stelle entstanden Villenreihen des Historismus und des Jugendstils. Vom Obotritenring wurde 1904 der Abschnitt zwischen der heutigen Lübecker Straße und der Beethovenstraße ausgebaut, 1913 folgte die Verlängerung bis zum Jungfernstieg.
1906 beauftragte die Stadt Emil Genzmer, Professor an der Technischen Hochschule Danzig, mit Entwürfen für die weitere Erweiterung. Stadtingenieur Kleist setzte sie als Bebauungsplan um: unregelmäßige Baublocks, leicht gekrümmte Straßen, kleine Grünanlagen. 1909/10 war die Planung abgeschlossen, und der Obotritenring bildete den westlichen Abschluss.
Am Demmlerplatz, dessen Fläche früher den Flurnamen Königsbreite trug, entstand nach Entwürfen von Paul Ehmig ein Justizgebäude: Grundsteinlegung am 25. März 1914, Übergabe am 25. September 1916. Landgericht, Amtsgericht und Staatsanwaltschaft zogen ein, dazu kam ein Gerichtsgefängnis, das eine Brücke mit dem Hauptbau verband. Über der Tür zum Schwurgerichtssaal steht ein Vers aus dem 94. Psalm: „Recht muss doch Recht bleiben.“
Ab 1933 tagte hier ein Sondergericht, zunächst für politische Strafsachen und sogenannte Heimtückesachen, ab 1938 auch für andere Delikte. Es urteilte im Schnellverfahren, ohne Berufungsmöglichkeit und mit eingeschränkten Verteidigungsrechten. Ein Erbgesundheitsgericht ordnete Zwangssterilisationen an. Ab dem 1. Juli 1945 nutzte der sowjetische Geheimdienst das Haftgebäude als Untersuchungsgefängnis, das Hauptgebäude diente dem Sowjetischen Militärtribunal für Mecklenburg. 1953 zog die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit ein und richtete im früheren Gerichtsgefängnis ihre Untersuchungshaftanstalt ein.
Am 20. Februar 1990 wurde der Komplex wieder der Justiz übergeben. In der ehemaligen Haftanstalt eröffnete am 6. Juni 2001 das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland, dessen Trägerschaft die Landeszentrale für politische Bildung im Jahr 2000 übernommen hatte.
Etliche Straßen der Paulsstadt heißen anders als bei ihrer Anlage, und manche haben den Namen mehrfach gewechselt. Der Moltkeplatz wurde 1945 zum Platz der Freiheit. Die Johann-Albrecht-Straße heißt heute Beethovenstraße. Aus einem Abschnitt der Bismarckstraße zwischen Platz der Freiheit und Demmlerplatz wurde die Rudolf-Breitscheid-Straße, dazwischen hieß er von 1939 bis 1945 Blücherstraße. Die Friedrich-Franz-Straße war zwischenzeitlich Ernst-Thälmann-Straße und trägt seit Juli 1990 den Namen Lübecker Straße.
Mehrere Straßen tragen Namen von Komponisten – Beethoven, Mozart, Lortzing –, andere die von Schriftstellern: Fritz Reuter, Heinrich Heine, Gerhart Hauptmann. Der Demmlerplatz ist nach Georg Adolph Demmler benannt, von dem der Erweiterungsplan von 1863 stammt, die Alexandrinenstraße nach Großherzogin Alexandrine.
Von Großherzog Paul Friedrich, der 1837 die Residenz von Ludwigslust nach Schwerin zurückverlegte und die Stadt nach Westen erweitern ließ. Er benannte den neuen Stadtteil nach sich selbst.
Ein seit dem 9. Januar 2010 durch Verordnung geschütztes Gebiet im Westen des Stadtteils, ungefähr zwischen Obotritenring, Beethovenstraße, Platz der Freiheit und Mozartstraße. Geschützt sind der historische Stadtgrundriss und das Erscheinungsbild der Bebauung. Den genauen Geltungsbereich regelt die Verordnung der Landeshauptstadt Schwerin.
Dort steht das Justizgebäude von 1914 bis 1916. Nach den Gerichten der Kaiserzeit nutzten es ein NS-Sondergericht, ab 1945 der sowjetische Geheimdienst und ein Militärtribunal, ab 1953 die Staatssicherheit, die im Gerichtsgefängnis ihre Untersuchungshaftanstalt einrichtete. 1990 kam der Komplex zurück an die Justiz; seit 2001 ist in der früheren Haftanstalt das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen.
Im Norden Lewenberg, im Nordwesten die Weststadt, im Osten die Schelfstadt, im Nordosten die Werdervorstadt, im Südosten die Altstadt und im Süden die Feldstadt.
Daten: Landkreis Ludwigslust-Parchim, REGIS M-V, DL-DE/BY 2.0, Stand 11.09.2026.
Vorhabenbezogener B-Plan Nr. XIII/92 in Kraft seit 17.10.1993
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Vorhabenbezogener B-Plan Nr. XIII/92 in Kraft seit 17.10.1993
Vorhabenbezogener B-Plan Nr. VI/91/01 in Kraft seit 07.03.1993
Vorhabenbezogener B-Plan Nr. VI/91/01 in Kraft seit 07.03.1993
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Bebauungsplan Nr. 134 Im Verfahren: Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung
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Datenquelle: Landeshauptstadt Schwerin, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.
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