Lage und Karte

Wickendorf ist der nördlichste Stadtteil Schwerins und der einzige, der an drei Gewässer zugleich grenzt: an den Schweriner Innensee, den Außensee und den Ziegelaußensee. Bis 1936 war es ein eigenständiges Dorf. Von dieser Zeit zeugen die Namen der Wohnplätze – Gertrudenhof, Wendenhof, Carlshöhe, Frankenhorst –, die heute als Straßennamen weiterleben.

Ersterwähnung und Name

1189 bestätigte Papst Clemens III. das Bistum Schwerin. In dieser Urkunde erscheint auch „Wickendorp“ – die erste schriftliche Erwähnung des Ortes.

Woher der Name stammt, ist nicht geklärt. Die Landeshauptstadt führt mehrere mögliche Deutungen an: „Wieck“ für Seebucht, das Wort „wicken“ für wahrsagen, die Pflanze Wicke und das lateinische „vicus“ für eine dörfliche Siedlung.

Ziegelei, Zementfabrik und Arbeitshaus

Im 19. Jahrhundert war Wickendorf ein Ort der Ziegelherstellung. Mitte des Jahrhunderts arbeiteten hier zwei Ziegeleien, seit den 1860er Jahren kam eine Zementfabrik hinzu. Der Ziegelsee, an dem der Ort liegt, trägt diese Geschichte im Namen.

1861 wurde in Wickendorf ein Arbeitshaus eingerichtet – eine Anstalt, in der Menschen ohne Auskommen zur Arbeit angehalten wurden.

Eingemeindung 1936

1936 wurde Wickendorf nach Schwerin eingemeindet, zusammen mit Warnitz, Medewege, Friedrichsthal, Krebsförden, Mueß, Kaninchenwerder und Ziegelwerder. Von Rabensteinfeld kamen Teile hinzu. Die Stadtfläche wuchs dabei von rund 3.900 auf etwa 8.000 Hektar – sie hat sich damit mehr als verdoppelt.

Der Paulsdamm

Jahrhundertelang führten die Handelswege um den Schweriner See herum, weil das moorige Ufer keine Fuhrwerke trug. Großherzog Paul Friedrich, der 1837 die Residenz von Ludwigslust nach Schwerin zurückverlegt hatte, ließ deshalb einen Damm aufschütten. Gebaut wurde von 1840 bis 1842; er ist rund drei Kilometer lang und nach seinem Auftraggeber benannt.

Der Damm trennt den Schweriner See in zwei Teile: den Außensee im Norden mit 35,2 Quadratkilometern und den Innensee im Süden mit 26,4. Die Wasserverbindung zwischen beiden blieb erhalten – der Paulsdammgraben, angelegt nach dem Situationsplan von 1840. Bis 1970 führte darüber eine eiserne Drehbrücke, dann kam die heutige Spannbetonbrücke.

Gut Frankenhorst

Am Ziegelsee liegt Frankenhorst. Der Schriftsteller Hans Franck kaufte das Gut 1921 und benannte es nach sich selbst. Bis zu seinem Tod 1964 lebte und arbeitete er hier auf einem Grundstück von 12,2 Hektar.

Wann wurde Wickendorf zum ersten Mal erwähnt?

1189, in einer Urkunde von Papst Clemens III., mit der das Bistum Schwerin bestätigt wurde. Dort steht der Ort als „Wickendorp“.

Woher kommt der Name Wickendorf?

Das ist nicht geklärt. Die Landeshauptstadt nennt vier mögliche Deutungen: „Wieck“ für Seebucht, „wicken“ für wahrsagen, die Pflanze Wicke und das lateinische „vicus“ für eine dörfliche Siedlung.

Seit wann gehört Wickendorf zu Schwerin?

Seit 1936. Damals wurden acht Orte auf einmal eingemeindet, darunter auch Medewege, Krebsförden und Mueß; die Stadtfläche wuchs von rund 3.900 auf etwa 8.000 Hektar.

Wann wurde der Paulsdamm gebaut?

Von 1840 bis 1842. Großherzog Paul Friedrich ließ ihn anlegen, damit der Weg nicht mehr um den Schweriner See herumführen musste; benannt ist er nach ihm.

Wer war Hans Franck?

Ein Schriftsteller, der 1921 das Gut am Ziegelsee kaufte, es Frankenhorst nannte und dort bis zu seinem Tod 1964 lebte und arbeitete.

Bebauungspläne in Wickendorf

Datenquelle: Landeshauptstadt Schwerin, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

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