Lage und Karte

Mueß liegt im Südosten Schwerins am Südufer des Schweriner Sees. Zum Stadtteil gehören auch die beiden Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder. Bis zur Eingemeindung 1936 war Mueß eine eigenständige Gemeinde; seine Geschichte als Dorf reicht urkundlich bis 1304 zurück. Im alten Dorfkern steht heute ein Freilichtmuseum.

Das Dorf

Am 1. Mai 1304 wird Mueß zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Ritter Friedrich Hasenkop überließ der Schweriner Domkirche drei Mark jährlicher Einkünfte „in bonis nostris ville Muce“ – aus seinem Besitz im Dorf Muce. In späteren Urkunden erscheint der Name auch als Mutze.

Das Dorf war zunächst ritterschaftlicher Besitz. 1496 kam es an den Landesherrn und war von da an domanial, gehörte also unmittelbar dem Herzog. Schon 1361 hatte Herzog Albrecht die Fischgerechtigkeit erhalten: In der Bucht wurden vor allem Aale gefangen, deren Erträge der herzoglichen Schuldentilgung dienten.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Mueß vollständig verwüstet und danach neu besiedelt. Aus dem Jahr 1706 ist überliefert, was fünf Mueßer Bauern zusammen besaßen: 15 Zugpferde, vier Fohlen, 13 Kühe, 17 Schweine und acht Schafe. Angebaut wurden Roggen, Hafer und Buchweizen. Für den Herzog mussten sie Hand- und Spanndienste leisten; 1770 beschwerten sie sich, dass aus zwei Spann- und einem Handdiensttag in der Woche nun je drei geworden seien.

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts kamen kleinere Stellen hinzu: erst Büdner mit meist drei bis neun Hektar, ab 1849 auch Häusler ohne nennenswertes Land. Ihre Zahl wuchs schnell – 1849 waren es vier Häuslerstellen, 1886 fünfzehn, 1911 bereits 35.

Sommerfrische am See

Um 1900 wurde Mueß ein Ausflugsziel. Ein Reiseführer durch Mecklenburg pries das dortige Kurhaus 1913/14 als „Luftkurort I. Ranges mit allen modernen Errungenschaften“. Auch Maler kamen: Carl Malchin und Richard Zscheked hielten Mueßer Motive fest.

1907 entstand auf der Halbinsel Reppin ein Aussichtsturm in Gestalt einer Burgruine, die Reppiner Burg. 1910 bekam der Ort elektrischen Strom. Für 1915 sind fünf Erbpächter-, zwölf Büdner- und 41 Häuslerstellen verzeichnet; dazu gab es einen Krug, eine Schmiede, das Kurhaus, eine Schule und ein Chausseehaus.

Vom Dorf zum Stadtteil

1935 zählte Mueß 357 Einwohner. Am 1. Oktober 1936 wurde die Gemeinde nach Schwerin eingemeindet, zusammen mit den Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder.

Anfang Mai 1945 führte einer der Todesmärsche aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen durch die Gegend. Die Häftlingsgruppen waren über den Raum zwischen Parchim, Ludwigslust und Schwerin verteilt; zwischen dem 2. und 4. Mai endeten die Märsche, teils weil alliierte Truppen die Kolonnen erreichten, teils weil die Bewacher flohen. Für Mueß ist der 2. Mai überliefert.

Nach Kriegsende verdoppelte sich die Einwohnerzahl zeitweilig durch den Zuzug von Umsiedlern. Am 1. Oktober 1945 begann in der Schule wieder der Unterricht.

1968 wurden die Bundesstraße 321 und die Brücke über den Störkanal fertiggestellt. 1991 wurde Mueß an die zentrale Kanalisation angeschlossen, und am Nedderfeld entstand ein Neubaugebiet.

Das Freilichtmuseum

Ab 1965 wurde im alten Dorfkern ein Freilichtmuseum aufgebaut. Eröffnet wurde es am 28. Juli 1970 mit dem Bauernhof der Hufe I. Den Kern bilden erhaltene und wiederhergestellte Häuser des Dorfes, die an ihrem ursprünglichen Standort stehen: Bauernhöfe, eine Büdnerei, eine Häuslerei, ein Hirtenkaten, die Schule und eine Scheune, viele davon reetgedeckt. Von auswärts kam nur ein Gebäude hinzu, die Dorfschmiede aus Stove bei Gadebusch: 1975 umgesetzt, 1976 als Museumsschmiede eröffnet.

Gezeigt wird, wie die Landbevölkerung Mecklenburgs vom 17. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lebte und arbeitete.

Seit wann gehört Mueß zu Schwerin?

Seit dem 1. Oktober 1936. Bis dahin war Mueß eine eigenständige Gemeinde. Mit eingemeindet wurden die Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder.

Wie alt ist Mueß?

Die erste urkundliche Erwähnung stammt vom 1. Mai 1304. Ritter Friedrich Hasenkop überließ der Schweriner Domkirche damals drei Mark jährlicher Einkünfte aus seinem Besitz im Dorf, das in der Urkunde „ville Muce“ heißt.

Was ist die Reppiner Burg?

Ein Aussichtsturm von 1907 auf der Halbinsel Reppin, gebaut in Gestalt einer Burgruine. Von dort reicht der Blick über den Schweriner See.

Welche Nachbarn hat Mueß?

Im Westen Zippendorf, im Südwesten das Mueßer Holz, im Süden die Gemeinde Plate und im Südosten Raben Steinfeld. Nach Norden hin liegt der Schweriner See.

Bebauungspläne in Mueß

Datenquelle: Landeshauptstadt Schwerin, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

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